Wie funktioniert JPEG-Kompression

Eine einfache Erklärung der Schritte hinter effizienter Bildkompression

Hast du dich schon einmal gefragt, wie dein Handy oder deine Kamera ein Foto aufnimmt und es innerhalb von Sekunden als JPEG gespeichert wird - kleiner, schneller und trotzdem scharf? Hinter den Kulissen läuft ein ausgeklügelter Prozess ab, der riesige Bilddateien auf einen Bruchteil ihrer ursprünglichen Größe schrumpft und dabei eine hohe Qualität beibehält. Aber wie funktioniert das eigentlich genau? Heute schauen wir uns JPEG-Kompressiongenauer an und zerlegen jeden Schritt in einfache Begriffe, damit du diesen scheinbar magischen Bildkompressionsprozess vollständig verstehst.

Was ist JPEG?

JPEG (Kurzform für Joint Photographic Experts Group) ist eines der gängigsten Bildformate. Es ist die Standardwahl zum Speichern digitaler Fotos. Die eigentliche Stärke von JPEG ist die Fähigkeit, Bilddateien zu komprimieren, sie also deutlich zu verkleinern, ohne dass die Qualität merklich leidet.

Um dir eine Vorstellung zu geben: Ein qualitativ hochwertiges, unkomprimiertes Bild kann riesige 46 MB groß sein. Nach der Komprimierung zu JPEG kann dasselbe Bild auf nur 4,1 MB schrumpfen! Aber wie schafft es das, ohne dass das Bild unscharf wird?

Die Antwort liegt im compression process, Kompressionsprozess, der sich die Funktionsweise unserer Augen zunutze macht und unnötige Daten entfernt.

Was macht JPEG?

Einfach ausgedrückt analysiert JPEG das Bild und entfernt Elemente, die unsere Augen kaum wahrnehmen. Wenn du ein Bild mit JPEG komprimierst, kannst du steuern, wie stark komprimiert wird. Über die Einstellung "Qualität" kannst du festlegen, wie viel Speicherplatz du sparen möchtest. Sinkt die Qualität von 100 % auf 0 %, verringert sich auch die Dateigröße.

Je stärker du komprimierst, desto mehr bleibt die Auflösung zwar gleich, aber es können erste Fehler oder "Artefakte" sichtbar werden. Diese Fehler sehen wie kleine Quadrate aus, sind jedoch oft schwer zu erkennen, solange du nicht stark hineinzoomst. Ziel von JPEG ist es, die Datei so klein wie möglich zu machen, ohne dass das Bild für das menschliche Auge schlecht aussieht.

Die Schritte der JPEG-Kompression

JPEG-Kompression ist nicht nur ein einzelner Trick, sondern eine Reihe intelligenter Schritte, die darauf ausgelegt sind, die Bildgröße zu reduzieren. Sehen wir uns die fünf wichtigsten Schritte an, die JPEG so effizient machen.

Schritt 1: Farbkonvertierung (Color Space Conversion)

Bilder bestehen aus Pixeln, und jeder Pixel hat rote, grüne und blaue (RGB) Anteile, die zusammen die Farben erzeugen. JPEG beginnt damit, diese RGB-Werte in einen anderen Farbraum umzuwandeln:

  • Luminanz (Helligkeit): Sie beschreibt die Helligkeit eines Pixels und ist wichtig für den Gesamtkontrast des Bildes.
  • Chrominanz (Farbe): Sie beschreibt die Farbinformationen, also Farbton und Sättigung.

Diese Umwandlung nutzt aus, dass das menschliche Auge empfindlicher auf Helligkeit (Luminanz) als auf Farbe (Chrominanz) reagiert. Durch die Trennung von Helligkeit und Farbe ermöglicht JPEG in späteren Schritten eine gezielte Datenreduzierung, wodurch die wichtigen visuellen Details erhalten bleiben.

In diesem Schritt gehen noch keine Daten verloren, aber er bereitet eine effiziente Kompression vor.

Schritt 2: Chrominanz-Downsampling/Chroma Subsampling

Chroma Subsampling ist eine ist ein Technik, die nach der Farbkonvertierung angewendet wird. Erinnerst du dich daran, dass unsere Augen Farben (Chrominanz) schlechter erkennen als Helligkeit (Luminanz)?

JPEG nutzt genau das aus, indem die Menge an Farbdaten reduziert wird. Die blauen und roten Chrominanzbilder werden verkleinert, indem sie in Blöcken von vier Pixeln gemittelt werden. Dadurch werden die Farbdaten deutlich kleiner, während die Luminanz (Helligkeit) unverändert bleibt. An diesem Punkt ist das Bild bereits zur Hälfte komprimiert!

Schritt 3: Diskrete Kosinustransformation (DCT)

Die Diskrete Kosinustransformation (DCT) ist eine mathematische Technik, mit der die Bilddaten vom Ortsbereich (in dem das Bild als Gitter aus Pixeln dargestellt wird) in den Frequenzbereich umgewandelt werden. Dieser Prozess hilft dabei zu erkennen, welche Bereiche des Bildes die wichtigsten visuellen Informationen enthalten und welche Teile verworfen.

Die DCT zerlegt das Bild in 8x8-Blöcke und wandelt jeden Block in eine Sammlung von Frequenzwerten um. Höhere Frequenzen, die schnelle Änderungen in den Pixelwerten darstellen, wie Kanten oder Rauschen, sind für das menschliche Auge oft weniger sichtbar und können vereinfacht oder entfernt werden.

Schritt 4: Quantisierung

Sobald die DCT angewendet wurde, werden die resultierenden Frequenzdaten einer Quantisierungunterzogen. In diesem Schritt wird der Bereich der Frequenzwerte reduziert, indem sie durch eine Reihe von Konstanten geteilt werden, die Quantisierungstabelle genannt werden. Der Vorgang rundet die Frequenzwerte im Wesentlichen, um sie zu vereinfachen.

Höhere Frequenzwerte werden stärker quantisiert, was bedeutet, dass sie mehr Genauigkeit verlieren, da sie für die Gesamtbildqualität weniger wichtig sind. Dieser vierte Schritt reduziert die Datenmenge, die zur Darstellung des Bildes benötigt wird, und macht die Datei kleiner. Zu starke Quantisierung kann jedoch zu sichtbaren Artefakten wie Blockbildung oder Unschärfe führen, insbesondere bei höheren Kompressionsstufen.

Schritt 5: Run-Length- und Huffman-Kodierung

Nach der Quantisierung sind die Daten noch nicht kompakt genug für eine effiziente Speicherung. Hier kommen Run Length Encoding (RLE) und Huffman-Kodierung ins Spiel.

Zuerst wird RLE verwendet, um lange Sequenzen sich wiederholender Daten (wie Nullen) zu vereinfachen, indem nur die Anzahl der Wiederholungen gespeichert wird anstatt jeden einzelnen Wert. Anschließend wird die Huffman-Kodierung angewendet, ein Verfahren, das häufig vorkommende Werte durch kürzere Bitcodes ersetzt und die Datei so noch kleiner macht.

These two Kodiermethoden arbeiten zusammen, um die Dateigröße drastisch zu reduzieren, ohne viel von der Bildqualität zu opfern!

Zusätzliche Hinweise

JPEG ist zwar ein sehr effizientes Format, es gibt jedoch ein paar wichtige Punkte zu beachten:

  • Kompressionsstufe: JPEG ermöglicht es Nutzern, die Kompressionsstufe zu wählen. Höhere Kompression reduziert zwar die Dateigröße, kann aber sichtbare Artefakte wie unscharfe Kanten oder Pixelbildung erzeugen. Das liegt daran, dass die Werte der Quantisierungstabelle zu hoch sind, was zu mehr Nullen führt und die Datei kleiner macht, jedoch auf Kosten der Bildqualität.
  • Datenverlust bei hohen Frequenzen: Durch die Quantisierung wird die Genauigkeit hochfrequenter Daten (Details wie scharfe Kanten) verringert. Daher eignet sich JPEG gut für glatte Texturen, kann aber bei scharfen Linien und Vektorgrafiken Probleme haben.
  • Nicht ideal für Vektorgrafiken: JPEG ist nicht die beste Wahl zur Komprimierung von Vektorgrafiken, da es an den Grenzen von Formen oder Linien zu sichtbaren Artefakten kommen kann.

Trotz dieser Einschränkungen ist JPEG nach wie vor das beliebteste Bildformat, unter anderem weil es alt, gut verstanden und lizenzfrei ist. Neuere Formate wie WebP oder HEIF bieten jedoch noch bessere Kompressionsraten ohne Qualitätsverlust und sind deshalb in bestimmten Kontexten attraktive Alternativen.

Fazit

Der JPEG-Kompressionsalgorithmus ist eine bemerkenswerte Leistung im Umgang mit Bilddaten. Durch das Zerlegen von Bildern in kleinere Blöcke, das Anwenden verschiedener mathematischer Transformationen und die Nutzung effizienter Kodierungstechniken wie Run-Length- und Huffman-Kodierung können hochwertige Bilder in deutlich kleineren Dateigrößen gespeichert werden.

Obwohl JPEG einige Einschränkungen hat, insbesondere bei hohen Kompressionsstufen oder bei Vektorgrafiken, machen seine weite Verbreitung und die Fähigkeit, bei Fotografien gute Ergebnisse zu liefern, es zu einem dauerhaften Standard.

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